Share the wealth!

Auf dem Höhepunkt der Occupy-Bewegung wurde eine interessante Karikatur veröffentlicht. Darauf ist ein hipper Demonstrant auf der Wallstreet mit Che Guevara-T-Shirt, Brille, Mütze, Schal und Ipad-Umhängetasche zu sehen, der ein Schild mit der Aufschrift „Share the wealth!“ hochhaltend irritiert auf einen Obdachlosen schaut, der ihn fragt, ob er sein Ipad haben könne.

Wir haben in der Regel eine klare Vorstellung, wessen Reichtum umfairteilt gehört. Und natürlich ist der Reichtum, den eine kleine Gruppe von Menschen auf sich vereint während eine große Masse fast nichts besitzt, obszön. Das muss geändert werden. Aber wird das helfen? Meinhard Miegel hat in seinem Buch „Exit – Wohlstand ohne Wachstum“ für das Jahr 2008 vorgerechnet, dass, wenn man das Vermögen der 8,6 Millionen reichsten Menschen auf der Welt gleichmäßig auf alle Erdenbürger umfairteilen würde, jeder einmalig knapp 3400 € bekäme (S. 177f.). Das würde die ungleichen Lebensverhältnisse auf der Welt kaum verändern. Damit sich diese angleichen können, muss unser Wirtschaftssystem umgebaut werden, müssen Handelsbedingungen fair gestaltet werden, Produkte müssen faire Preise haben usw. Wir müssen aber auch realisieren, dass wir die Reichen sind. Es ist das Über-die-Verhältnisse-leben und das Auf-Kosten-anderer-leben von uns Vielen in den „entwickelten“ Ländern, das anderen Menschen die Lebensgrundlagen entzieht. Wir müssen teilen! Sind wir dazu bereit?

Jürgen Koll


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